Ingolstadt - Als die Busse am Abend wieder vor der Johann-Nepomuk-Kurz-Schule halten, steigen 170 Menschen aus - Kinder, Jugendliche, Lehrkräfte und Betreuer. Viele lachen, manche winken, fast alle sagen ein Wort: „Toll.“ Es ist die vielleicht treffendste Zusammenfassung eines Tages, der für viele lange in Erinnerung bleiben wird.
Die Johann-Nepomuk-Kurz-Schule in Ingolstadt ist ein Förderzentrum mit dem Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Hier werden Kinder und Jugendliche von der Vorschule bis zur neunten Klasse aus der gesamten Region 10 unterrichtet - viele von ihnen mit eingeschränkter Mobilität, einige auf den Rollstuhl angewiesen, andere mit erhöhtem Pflegebedarf. Gemeinschaftserlebnisse außerhalb des Schulalltags sind für sie alles andere als selbstverständlich.
Und doch war es genau das, was Schulleiter Harald Christmann gemeinsam mit seinem Team möglich machen wollte: einen Ausflug, der alle verbindet. Die Wahl fiel auf das Legoland in Günzburg - ein Ziel, das auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen mag. „Aber dahinter steckt viel mehr“, erklärt Christmann. „Viele unserer Kinder haben besondere Förderbedürfnisse, und für manche Familien sind solche Ausflüge finanziell oder organisatorisch kaum zu stemmen. Uns ging es darum, die gesamte Schulgemeinschaft zusammenzubringen und gemeinsame Erinnerungen zu schaffen.“
Die Vorbereitung war entsprechend aufwendig: 120 Kinder, rund 60 Mitarbeitende, spezielle Rollstuhlbusse, zusätzliche Pflegekräfte, detaillierte Absprachen mit dem Busunternehmen und dem Freizeitpark. „Man fährt nicht einfach mit einem normalen Bus los“, sagt Christmann. „Das ist viel Arbeit im Vorfeld - aber sie lohnt sich.“
Möglich wurde dieser besondere Tag durch die Unterstützung des „Lions Club Ingolstadt - Auf der Schanz“, der das Projekt finanziell förderte. Für Lions-Präsidentin Maria Garnisch war die Entscheidung schnell gefallen. „Wir kannten die Schule bereits aus einem früheren Projekt. Als die Anfrage kam, war für uns sofort klar: Das unterstützen wir sehr gerne.“
Der Ausflug selbst übertraf alle Erwartungen. „Ereignisreich, abenteuerlich, vielfältig“, fasst Christmann zusammen. Noch Tage später war das Legoland Gesprächsthema Nummer eins in der Schule.
Besonders berührend war für den Lions Club das Dankeschön der Schülerinnen und Schüler: liebevoll gestaltete Zeichnungen, bunte Karten, einfache Worte wie „Danke“ - ehrlich, direkt und von Herzen. „Man spürt in jedem einzelnen Bild, wie viel Freude dieser Tag den Kindern gemacht hat“, sagt Garnisch.
Auch für die Schule wirkt der Ausflug weit über diesen einen Tag hinaus. „Das Schönste war die Gemeinschaft“, betont Christmann. „Solche Erlebnisse tragen eine Einrichtung lange. Sie wirken nachhaltig, im Alltag, in den Klassen, in der Zusammenarbeit.“
Der „Lions Club Ingolstadt - Auf der Schanz“ zeigt mit diesem Projekt, dass Spenden mehr sein können als nur finanzielle Unterstützung. Sie können Momente schaffen, die bleiben. Momente, die Kinderaugen zum Leuchten bringen. Und ein Gefühl, das sich nicht messen lässt - außer vielleicht in einem einzigen Wort: „Toll.“